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Arch Linux mit 3 Festplatten (System und Datenraid) – Verschlüsselt und LVM

Sonntag, April 24th, 2011

Der Artikel dient mir als Doku und ist auch so geschrieben, falls ihr einen Schritt nicht versteht, fragt nach oder denkt selbst drüber nach. Fehler bessere ich gerne aus und probiert das ganze erstmal in einer virtuellen Umgebung aus und wenn es wirklich an die Installation geht, macht vorher Backups!

Ausgangssituation:

Ein Rechner mit drei frischen Platten, eine Platte für das System und die beiden anderen Platten arbeiten in einem Raid 1 Verbund gespiegelt und sollen das /home-Verzeichnis werden. Natürlich wird alles auch verschlüsselt, bis auf die /boot Partition.

Installations-CD rein und dann Arch Linux starten und der erste Befehl den ihr eingebt ist:

# km

um die keymap und die Schrift auszuwählen, in meinem Fall quertz/de und als Schrift Lat2-Terminus…

Jetzt geht es daran die Festplatten vorzubereiten. Mit fdisk -l könnt ihr schauen wie eure Festplatten gemapped wurden. Normalfall: /dev/sda /dev/sdb und /dev/sdc

/dev/sda wird formatiert in eine kleine circa 200MB große /boot-Partition und der Rest wird für die /root-Partition genutzt. Ich lasse immer noch ein paar GB Platz frei, man weiß ja nie was man noch so braucht. Die beiden anderen werden auch formatiert, aber jeweils mit dem vollen Platz. Und los gehts mit:

# cfdisk /dev/sda

/dev/sda1 muss bootfähig gemacht werden mit “boot” (siehe Bild)Vergesst nicht dass ihr erst “write” und dann “quit” ausführen müsst, sonst sind die Änderungen nicht wirksam.

So sollte das Partitionsschema dann aussehen für /dev/sda

Jetzt die beiden anderen Festplatten schnell formatieren mit dem gesamten Speicherplatz.

# cdfisk /dev/sdb
# cdfisk /dev/sdc

New > Primary > all space > write > type “yes” > quit > ready

Mit fdisk -l könnt ihr wieder schauen was ihr so angestellt habt.

Jetzt geht es an das Datenraid, ein Raid1, d.h. wir spiegeln die Daten. Ein Raid ist kein Backup, also macht bitte zusätzlich noch Backups!!!

Wir können jetzt mit lsmod schauen ob raid1 und dm-crypt schon geladen sind, ansonsten laden wir die Module einfach mit:

modprobe raid1
modprobe dm-crypt

Und jetzt legen wir das Raid an. Ziemlich selbsterklärend der Befehl:

# mdadm --create /dev/md0 --level=1 --raid-devices=2 /dev/sdb1 /dev/sdc1

Hier können natürlich auch mehrere Platten und ein anderes Raid-Level genutzt werden. Die Bezeichnung /dev/md0 werden wir jetzt noch ab und an verwenden.

Verschlüsselung

Jetzt verschlüsseln wir die /root-Partition und dann das Raid mit folgenden Befehlen:

# cryptsetup -c aes-xts-plain -y -s 512 luksFormat /dev/sda2
# cryptsetup -c aes-xts-plain -y -s 512 luksFormat /dev/md0

Ihr könnt selbst entscheiden, welchen Verschlüsselungsalgorithmus ihr wählt, aber vergesst nicht ein sichers Passwort zu nutzen, sonst bringt euch die beste Verschlüsselung nichts.

Jetzt öffnen wir die frisch verschlüsselten Partitionen mit:

# cryptsetup luksOpen /dev/sda2 system
# cryptsetup luksOpen /dev/md0 raid

system und raid sind frei gewählte Bezeichnungen, hier könnt ihr auch schreiben was ihr wollt, nur müsst ihr euch das merken, da wir die Namen wieder verwenden.
Jetzt setzen wir auf die Verschlüsselung noch LVM auf:

# lvm pvcreate /dev/mapper/system
# lvm vgcreate vg_system /dev/mapper/system
# lvm pvcreate /dev/mapper/raid
# lvm vgcreate vg_raid /dev/mapper/raid

Jetzt haben wir zwei Gruppen, eine für das System und eine für das Raid. Zuerst gehen wir an die Gruppe vg_system:
Der Befehl lvcreate fügt der Gruppe (letztes Wort im Befehl), hier vg_system eine logische Partition hinzu.
Vorsicht: Kopiert bitte nicht einfach die Befehle, achtet u.a. auch auf die Größenangaben!
Es werden also root, swap und tmp angelegt, auch hier könnt ihr noch mehr hinzufügen:

# lvm lvcreate -L 2GB -n root vg_system
# lvm lvcreate -L 512MB -n swap vg_system
# lvm lvcreate -L 512MB -n tmp vg_system

Jetzt geht es an das Raid:

# lvm lvcreate -l 100%FREE -n home vg_raid

Jetzt haben wir schon einiges geschafft.
Los geht es also mit dem eigentlichen Setup:

# /arch/setup

Hier dem Installer folgen bis “3 Prepare Harddrive”
Hier die Screenshots wie ihr vorgehen müsst.

Ich habe keine weiteren Optionen oder Labels oder so angegeben. Die /boot-Partition ist somit fertig vorbereitet.
Jetzt geht es an die /root-Partition und danach analog weiter mit swap und tmp.


Wählt jetzt ext4 oder reiserfs…


Jetzt swap wählen:

dann tmp und anschließend das raid:

und /home wählen:

Am Ende sieht das Schema dann so aus:

mit den Pfeiltasten nach unten bis “done” und dann bestätigen.

Jetzt mit Punkt 4 weiter machen: Select Packages und dann installiert ihr die Packages nach Punkt 5. Danach gehen wir in ein anderes Terminalfenster mit Alt+F3 und loggen uns als root ein.
Jetzt lassen wir mdadm unser Raid analysieren und speichern es erstmal als test ab:
Wir navigieren in den entsprechenden Ordner:

# cd /mnt/etc 

und dann:

# mdadm --examine --scan >> test

dann können wir uns das Ergebnis mit:

# cat test

ansehen und löschen die alte mdadm conf und nennen die Testdatei um:

# rm mdadm.conf
# mv test mdadm.conf

Jetzt die crypttab editieren:

nano /mnt/etc/crypttab

hier am Ende der Datei folgendes eintragen, damit das Raid-Array auch automatisch gemountet wird:

raid /dev/md0 EUERPASSWORT

Später könnte man das ganze noch so anpassen, dass die Partition per keyfile entschlüsselt wird und vieles mehr.
Jetzt zurück zum Installer mit Alt+F1 und das System konfigurieren.
Wählt nano als Editor, außer ihr kennt und könnt! mit den anderen umgehen.Hinweis zu nano: mit strg+w sucht ihr, mit strg+o schreibt ihr und mit strg+x verlasst ihr den nano.

Wir editieren die rc.conf, damit lvm genutzt wird:
rc.conf
USELVM=”yes”
in der /etc/mkinitcpio.conf muss folgende Zeile angepasst werden:
Hinweis: Reihenfolge ist zu beachten!
HOOKS=”base udev autodetect pata scsi sata keymap usbinput mdadm encrypt lvm2 filesystems”


Jetzt den Bootloader Grub auf /dev/sda installieren, man wird dann automatisch aufgefordert die Konfigurationsdateien zu überprüfen und genau diese müssen wir anpassen:

Ihr müsst jetzt in der kernel-Zeile noch das cryptdevice eintragen (auch bei Fallback!):

kernel /vmlinuz26 root=/dev/mapper/vg_system-root cryptdevice=/dev/sda2:vg_system ro

Datei speichern und schließen, danach wird man aufgefordert das boot device zu wählen:


That’s it!

Jetzt heißt es reboot einzutippen oder init 0 um den Rechner auszuschalten.
Have fun!
Zum Schluss ist noch zu sagen, dass man je dm-crypt device bis zu 8 Passwörter oder Keys hinterlegen kann. Dies sollte man ausnutzen! Und man kann die crypt-header sichern, auch dies ist zu empfehlen, falls mal was schief läuft. Hilfe findet ihr dazu im arch wiki!

Quellen:
Arch Wiki
http://yannickloth.be/blog/2010/08/01/installing-archlinux-with-software-raid1-encrypted-filesystem-and-lvm2/
http://www.pindarsign.de/webblog/?p=767

Linux verschlüsseltes Software Raid

Samstag, April 17th, 2010

Die Überschrift habe ich absichtlich etwas offen gehalten, da es kurz um die Installation, einem Test und dann einem gewollten Datenverlust und Rebuild geht.

Mein Testsystem ist eine aktuelle Debian Installation mit einer Festplatte für das System und zwei identischen Festplatten für mein verschlüsseltes Software Raid das ich während der Installation von Debian kinderleicht erstellt habe. Es handelt sich um ein Raid 1, gespiegelt. Es spielt keine Rolle, ob ihr das System per Passwort oder nach der Installation per Flash-Speicher frei schalten lasst.

Wenn dann alles geklappt hat, dann könnt ihr ganz einfach mal testen ob alles glatt gelaufen ist mit:

sudo mdadm -D /dev/mdX

wobei das X für eine Zahl steht, die ihr bei der Installation oder beim booten sehen könnt.

Wichtig ist, dass ihr dann in der Konsole sehen könnt, ob das Raid vollständig ist oder nicht und welche Platte, also /dev/sd[a|b|c|d] etc. angeschlossen ist. (zu lesen ist das als entweder a oder b oder c, also sda oder sdb, etc.)

In meinem Testfall hat mit dem Raid nach der Installation alles gut geklappt und der Konsolen Output zeigt mir, dass mein Raid funktioniert. Jetzt habe ich den Rechner runter gefahren und eine der beiden Platten abgesteckt und wieder gebootet. Jetzt kann ich sehen, dass mein Raid nicht mehr vollständig ist. Anschließend habe ich die abgesteckte Platte an einem Windows System mit NTFS formatiert und anschließend ein paar Daten darauf kopiert und dann wieder an meine Debian Installation angesteckt.

Jetzt muss man eben heraus finden, wie die neue Festplatte intern gemapped wird. Ihr schaut also wieder mit dem gleichen Befehel wie oben angegeben, welcher Buchstabe für die schon vorhandene Festplatte vergeben wurde und dann könnt ihr zum Beispiel in gparted sehen, welchen Buchstaben die neu (wieder) angesteckte Festplatte bekommen hat und ihr solltet die vorhandene NTFS Partition in gparted einfach löschen.

Wenn ihr das geschafft habt, dann geht es wieder ins Terminal und ihr gebt folgenden Befehl für ein Rebuild ein:

sudo mdadm --re-add /dev/mdX /dev/sde

(/dev/sde ist hier nur ein Beispiel!)

und was der Rechner jetzt treibt könnt ihr mit

watch -n .1 cat /proc/mdstat

verfolgen und beobachten. Vielen Dank hier schonmal für diesen Beitrag.

Anschließend habe ich den Rechner wieder runter gefahren und habe die andere Festplatte abgesteckt und wieder gebootet und siehe da, alles funktioniert! Jetzt könnte man natürlich die andere Festplatte abstecken und das gleiche Szenario nochmal durch spielen, aber mir ging es eig. nur darum, ob der Rebuild trotz der Verschlüsselung klappt und ich bin froh, dass alles so einwandfrei funktioniert hat.

Links zu gparted, debian oder mehr wurden deshalb nicht angegeben, da ich erwarte, dass der Leser es schafft, die genannten Seiten trotzdem aufzurufen.

Und immer schön Backups machen, bevor ihr mit wichtigen Daten herum spielt!
Viel Spaß mit Linux, dm-crypt und OpenSource.

Kleine Helfer große Wirkung – Terminal Tipps

Samstag, Januar 23rd, 2010
  • Logfiles beobachten: $ tail -F /path/to/file.log
  • nach bestimmten Funktionen oder Textpassagen suchen:
    $ grep -rn ‘FunktionXYZ()’ *

    -r = rekursiv
    -n = Zeilennummer
    -* Pfad (ich rufe den Befehl immer im root Verzeichnis auf, in dem ich suchen will)
    weitere interessante Parameter sind -l oder -L:
    -l = print only names of FILEs containing matches
    -L = print only names of FILEs containing no match
    oder ihr piped das ganze und dreht das Ergebnis mit -v um:
  • und zwar ist das gut, um sich alle inputs eines Formulars auszudrucken:
    $ cat -s insert.html.php | grep name | grep -v ‘<!–’ | grep -v ‘label’ | grep -v ‘require’

    dies setzt natürlich voraus, dass jedes input/textarea, etc. einen name Tag besitzt.

  • wenn in einem Ordner nur Dateien liegen/ oder auch nur eine Datei und ihr auf die schnelle wissen wollte, wieviele Zeichen Code ihr geschafft habt:
    $ cat * | wc -l
  • [update]
    wenn ihr noch firebug logging-code in eurem Webprojekt habt und ihr nicht wisst, ob ihr schon alle logging Informationen auskommentiert habt, dann könnt ihr das mit diesem Befehl schnell raus finden:
    $ grep -r ‘console.log(‘ * | grep -v ‘//’

Und es gibt sicher noch mehrere nützliche Tools, ein nettes ist z.B. noch figlet oder vrms, welches euch anzeigt welche installierten Programme nicht OpenSource sind.

Und allgemein gilt: $ <package> – – help oder $ man <package>

Have fun

SSL mit stunnel – https the simple way

Dienstag, Januar 12th, 2010

Hallo,
der eine oder andere Leser hat vielleicht schon mal überlegt einen Webserver zu installieren. Ob jetzt Apache oder lighttpd (oder andere), liegt natürlich bei euch und je nach Anwendungsfall ist der eine oder andere besser geeignet.

Ich will heute nicht auf die Installation eines Webservers eingehen, sondern auf die Installation und Konfiguration von stunnel. Einfach gesagt, statt unverschlüsseltem http ein verschlüsseltes https via Zertifikaten. Ein lauffähiger Webserver wird voraus gesetzt.

Die Anleitung geht von einem Debian Linux oder Ubuntu aus. Stunnel gibt es aber auch für Windows.

Erstmal müssen wir uns um SSL und die Zertifikate kümmern:

sudo openssl req -new -x509 -days 3650 -nodes-out stunnel.pem -keyout stunnel.pem

einfach alle Fragen irgendwiebeantworten und danach per

openssl x509 -subject -dates-fingerprint -in stunnel.pem 

anschauen, was ihr so eingegeben habt. stunnel.pem ist ein frei gewählter Name und kannauch foo.pem genannt werden.
So,jetzt installieren wir stunnel:

sudo aptitude install stunnel4

dann unter “/etc/default/stunnel4″

von ENABLED=0 auf ENABLED= 1

abschließend in  “/etc/stunnel/stunnel.conf” folgendes editieren:


; Certificate/key is needed in server mode and optional in client mode

cert = /etc/stunnel/stunnel.pem
key= /etc/stunnel/stunnel.pem

; Protocol version (all, SSLv2, SSLv3, TLSv1)
sslVersion= SSLv3

; Some security enhancements for UNIX systems - comment them out on Win32
chroot = /var/lib/stunnel4/
setuid = stunnel4
setgid = stunnel4
; PID is created inside chroot jail
pid= /stunnel4.pid

; Some performance tunings
socket = l:TCP_NODELAY=1
socket = r:TCP_NODELAY=1

[https]
accept = 443
connect = 8080

Erklärung: accept = stunnel lauscht auf Port 443 und leitet an connect Port, hier 8080 weiter. Ganz am Anfang müssen natürlich die Dateinamen mitden generierten Zertifikaten übereinstimmen.

Jetzt noch ein freundliches

sudo /etc/init.d/stunnel4 restart

und schon müsstet ihr euch per https://localhost/ verbinden können. Es kommt ein kurzer Hinweis mit einem nicht signierten Zertifikat, das müsst ihr annehmen und schonläuft die verschlüsselte Verbindung.

Mehr Informationen über SSL findet ihr bei www.google.de oder www.bing.de< /A> .

Das wars mit https in 10 Minuten.

ssh und Passwörter im Klartext – hö?

Dienstag, September 22nd, 2009

Auf meinem Laptop läuft u.a. ein MySQL-Server, diesen starte ich dann wenn ich ihn brauche. Um ein bisschen Tipparbeit zu sparen, gibt es dafür ein Alias. Dieser funktioniert aber nicht, wenn man das ganze folgendermaßen probiert:

ssh laptop '<Alias>'

Also habe ich es ausgeschrieben:

ssh laptop 'sudo /etc/init.d/mysql start'

Dann werde ich natürlich aufgefordert mein Admin Passwort einzugeben und dann habe ich erstmal geschluckt, als das mein Passwort im Klartext erschienen ist. Hö?

Kann das vielleicht mal jemand von euch testen und mir Bescheid geben ob das bei euch auch so toll funktioniert?

Und das von Debian per ssh zu Ubuntu – ganz schön komisch!